Geführte Radtouren

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„Shared Space“– Straßen für alle

Eine Gemeinschaftsveranstaltung  von Altstadtfreunden, VCD  und ADFC

Im Rahmen einer Gemeinschaftsveranstaltung des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) Kreisverband Coburg, der Altstadtfreunde Coburg und der Kreisgruppe Coburg des ökologisch orientierten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) wurde das Verkehrsplanungskonzept „Shared Space“ vorgestellt, das auch für Coburg wichtige Anregungen enthält. Als Referentin geladen war Frau Katalin Saary, Diplom-Ingenieurin und Vorsitzende des Netzwerkes „Shared Space“ der Vereinigung für Stadt, Regional- und Landesplanung (SRL).
Der international gebräuchliche Begriff „Shared Space“ beinhaltet im Wesentlichen den Gedanken einer gemeinsamen Nutzung von Straßen und Plätzen für verschiedene Verkehrsträger und Verkehrsteilnehmer, also für langsam verkehrende Motorfahrzeuge, den öffentlichen Nahverkehr, für Fahrräder und Fußgänger. Unter der Voraussetzung, dass Stadtraum immer auch einen gemeinsamen Lebensraum mit sehr unterschiedlichen Anforderungen darstellt, gehört die gegenseitige Rücksichtnahme zum entscheidenden Funktionsprinzip dieses Konzepts. Ein tägliches Verkehrsaufkommen von etwa 3000 – 4000 Fahrzeugen ist dadurch „ohne Weiteres“ zu bewältigen, es gibt aber auch Städte, in welchen es bis zu 18000 Fahrzeuge sein können. Das Modell zielt allerdings nur auf eine bessere Bewältigung des fließenden Verkehrs. Zusätzliche Möglichkeiten des Parkens oder auch nur Kurzparkens sind darin nicht vorgesehen, allein schon wegen des zusätzlichen Parksuchverkehrs und der bei Einparkmanövern bestehenden Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern.
Auf Coburg bezogen sieht die Referentin im Bereich des Theaterplatzes das Konzept auf nahezu vorbildliche Weise umgesetzt. Weitere Entwicklungsmöglichkeiten bestünden im Bereich Oberer Bürglaß  und Steinweg, aber auch entlang der gesamten Innenstadttangente von Heiligkreuzstraße/ Seifartshofstraße bis zur Goethestraße.
Es erhob sich Frage, wie „Spared Space“ mit den besonderen Anforderungen behinderter und sehbehinderter Verkehrsteilnehmer zu vereinbaren sei. Nach Aussage von Frau Saary habe es anfänglich Probleme gegeben, die aber inzwischen hätten gelöst werden können. Ausführlich diskutiert am Beispiel einzelner Straßenzüge wurden auch die Verlagerungseffekte von Verkehrsströmen und deren Folgen. Bei Verlangsamung bzw. Verminderung des Verkehrs in einem Bereich seien höhere Belastungen an anderer Stelle nicht immer zu vermeiden. Ein höheres Verkehrsaufkommen auf der Stadtumgehung könne jedoch dann in Kauf genommen werden, wenn in den Geschäfts- und Wohnbezirken ein Gewinn an Attraktivität und Lebensqualität erzielt werde.

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